[ ARCHITEKTURBÜRO · VERGABE VERSTEHEN ]

Vergabe-Phase.
Alle rufen an.
Wer geht ran?

Während Ihre Planer Leistungsverzeichnisse schreiben, rufen Bieter für Rückfragen an. Bauherrn wollen Entscheidungsgrundlagen. Neue Interessenten suchen einen Architekten. In LP6 und LP7 ist das Architekturbüro Vergabe-Zentrale und Akquise-Empfang gleichzeitig.

11. Juni 2026 · 10 Min Lesezeit · Auralex Redaktion

„Die Vergabe läuft." In Architekturbüros, die gerade mitten in LP6 oder LP7 stecken, klingt das nach Entwarnung. Die Ausschreibungsunterlagen sind draußen, Angebote kommen rein, der Prozess ist im Gang. Was dabei kaum jemand auf dem Radar hat: Das Telefon klingelt in der Ausschreibungs- und Vergabephase häufiger als in fast jeder anderen Projektphase. Bieter haben Rückfragen zum Leistungsverzeichnis. Bauherrn wollen Entscheidungen vorbereiten. Und neue Bauherren-Anfragen kommen selbstverständlich auch dann rein, wenn das Büro im LP6-Hochlauf steckt und keine Kapazität für Akquise hat.

Das Problem: Laut der BAK-Strukturbefragung 2024 haben 89 Prozent aller Architekturbüros in Deutschland weniger als zehn Mitarbeiter. In diesen Büros gibt es keine eigene Empfangskraft. Der Planer, der das Leistungsverzeichnis fertigstellt, ist gleichzeitig die Telefonzentrale. Geht er ans Telefon, unterbricht er seine Konzentration und riskiert Fehler im LV. Geht er nicht ran, verpasst er möglicherweise eine kritische Bieter-Rückfrage, eine Bauherren-Freigabe oder eine neue Projektnachfrage.

Verpasste Anrufe im Architekturbüro während Ausschreibung und Vergabe sind nicht nur unbequem. Sie verzögern Projekte, verschlechtern das Vergabeergebnis und kosten im schlechtesten Fall einen ganzen neuen Auftrag.

Warum LP6 und LP7 das Telefon besonders belasten

Die Leistungsphasen 6 und 7 nach HOAI gelten als administrative Phasen. Was diese Einschätzung übersieht: In keiner anderen Phase klingelt das Telefon aus so vielen verschiedenen Richtungen gleichzeitig. Bieter, Bauherrn, Fachplaner und neue Interessenten haben alle ihren eigenen Zeitdruck. Und keiner von ihnen weiß, dass das Büro gerade im LV-Schreiben steckt.

Bieter stellen Rückfragen zum Leistungsverzeichnis

In LP6 wird das Leistungsverzeichnis an Bieter verschickt. Diese haben typischerweise drei bis sechs Wochen Angebotsfrist. In dieser Zeit rufen Bieter an, um technische Unklarheiten zu klären, Positionen nachzuhaken oder Fristen zu bestätigen. Bei einem offenen Vergabeverfahren mit zehn bis zwanzig angefragten Bietern können sich diese Rückfragen schnell auf dreißig bis sechzig Anrufe in wenigen Wochen summieren.

Jede unbeantwortete Rückfrage ist ein Risiko: Bieter, die keine Antwort erhalten, haben drei Optionen. Sie rufen erneut an. Sie schreiben eine Mail. Oder sie geben kein Angebot ab. Gerade kleinere Handwerksbetriebe entscheiden sich nach Erfahrungen aus der Vergabepraxis häufig für die dritte Option, wenn sie beim ersten Kontaktversuch nicht durchkommen. Das Ergebnis: weniger Angebote, schlechterer Preisspiegel, höhere Baukosten für den Bauherrn.

Bauherrn wollen Entscheidungsgrundlagen

In LP7 werden Angebote geprüft, Bietergespräche geführt und Vergabevorschläge erarbeitet. Der Bauherr muss in dieser Phase Entscheidungen treffen, die den gesamten weiteren Projektverlauf bestimmen. Er ruft an, um den Stand zu erfahren, Rückfragen zu stellen oder Freigaben zu erteilen. Wer nicht erreichbar ist, verzögert diese Entscheidungen oder verschiebt den Vergabeterminplan nach hinten, mit realen Kosten für alle Projektbeteiligten.

Fachplaner brauchen schnelle Koordination

Statiker, TGA-Planer, Bodengutachter, Vermesser: In der Ausschreibungsphase müssen Leistungsbeschreibungen aller Fachgewerke aufeinander abgestimmt werden. Fachplaner rufen an, um Schnittstellen zu klären, Positionen anzupassen oder Fristen zu verschieben. Diese Gespräche sind kurz, aber zeitkritisch. Ein LV, das auf veralteten Informationen aus einem verpassten Koordinationsgespräch basiert, kostet in LP8 ein Vielfaches.

Neue Anfragen kommen unabhängig vom Projektstand

Ein Büro im LP6-Endspurt schreibt das fertige Leistungsverzeichnis und hat keine Kapazität für Akquise. Das interessiert neue Bauherrn nicht. Sie rufen an, wenn sie ein Projekt haben, nicht wenn das Büro Zeit hat. Wer an diesem Tag nicht ans Telefon geht, verliert die Anfrage an das nächste Büro auf der Google-Ergebnisseite.

„Die Vergabe läuft." Dieser Satz bedeutet in den meisten Büros: Leistungsverzeichnisse sind raus, Angebote kommen rein. Was niemand mitzählt: die Bieter, die zweimal angerufen haben, keine Antwort bekamen und ihr Angebot still zurückgezogen haben. Die Lücke ist unsichtbar. Deshalb bleibt sie so lange bestehen.

Dieser Zustand ist kein Planungsfehler einzelner Büros. Er ist die strukturelle Konsequenz daraus, dass 89 Prozent der Büros in Deutschland das volle HOAI-Leistungsspektrum bedienen, ohne die personelle Infrastruktur dafür zu haben. Wer in LP6 und LP7 nicht gegensteuert, zahlt einen still anfallenden Preis, der in keiner Projektabrechnung auftaucht.

Was ein verpasster Anruf in der Vergabe-Phase kostet

Ob der Schaden sichtbar ist, hängt davon ab, wen Sie verpasst haben.

Verpasste Bieter-Rückfrage: schlechteres Vergabeergebnis

Ein Bieter ohne Antwort auf seine Leistungsverzeichnis-Rückfrage kalkuliert mit einem Sicherheitsaufschlag oder zieht sein Angebot zurück. Bei einem Vergabeverfahren mit zehn Bietern, von denen drei keine Antwort erhalten und deshalb nicht anbieten, ergibt das statt zehn nur sieben Angebote. Sieben Angebote bedeuten einen engeren Preisspiegel, schlechtere Verhandlungsposition und im Zweifel 5 bis 15 Prozent höhere Baukosten, die der Bauherr im Nachhinein auf das Projekt zurückrechnet.

Verpasster neuer Bauherr: entgangenes HOAI-Honorar

Ein Einfamilienhaus-Neubau in Honorarzone III mit 500.000 Euro Bau- und Planungskosten ergibt nach HOAI-Tafel ein Gesamthonorar von ungefähr 50.000 bis 60.000 Euro über alle Leistungsphasen. Ein mittlerer Bürokomplex oder eine gewerbliche Sanierung kann das Zwei- bis Fünffache bedeuten. Wenn ein neuer Bauherr anruft, nicht durchkommt und zur nächsten Nummer wechselt, sind das 50.000 Euro oder mehr, die nie in einem Auftragseingangs-Bericht auftauchen.

Laut Keona Health (2024) legen 60 Prozent der Anrufer nach einer Minute Warteschleife auf. Davon rufen 85 Prozent nicht zurück. In einer Branche, in der die Auftragslage zu einem erheblichen Teil durch persönliche Empfehlung und Erstkontakt-Eindruck bestimmt wird, ist dieser Verlust strukturell. Wer beim ersten Klingeln nicht antwortet, bekommt oft keinen zweiten.

89 %
aller Architekturbüros in Deutschland haben weniger als 10 Mitarbeiter (BAK 2024)
85 %
der Anrufer, die nicht durchkommen, rufen nicht zurück (Keona Health 2024)
23 Min
Refokus-Zeit nach einer Telefonunterbrechung bei konzentrierter Arbeit (Gloria Mark, UCI)
50.000 €+
Ø HOAI-Honorar LP1 bis 9 pro verpasster Bauherren-Erstanfrage (Schätzung HZ III, 500k Bausumme)

Warum klassische Lösungen in LP6 und LP7 nicht ausreichen

Drei naheliegende Gegenmittel scheitern in der Vergabe-Praxis regelmäßig.

Anrufbeantworter: Ein Bieter mit dringender Rückfrage zur Ausschreibung legt auf. Er will eine Antwort, bevor er weiterkalkuliert. Eine Box-Ansage hilft ihm dabei nicht. Der Bauherr, der eine Freigabe erteilen möchte, interpretiert einen Anrufbeantworter als Abwesenheitszeichen und wartet nicht auf den Rückruf.

Rückruf-Liste: Bei dreißig bis sechzig Bieter-Anrufen in vier bis sechs Wochen entsteht eine Rückruf-Liste, die zusätzliche Arbeitsstunden kostet. Gloria Mark von der UC Irvine hat in ihrer Forschung zu Arbeitsunterbrechungen belegt: Nach einer Unterbrechung braucht das Gehirn im Schnitt 23 Minuten, um zur ursprünglichen Aufgabe zurückzufinden. Dreißig Rückrufe in vier Wochen kosten also nicht dreißig Mal fünf Minuten, sondern in der Summe bis zu fünfzehn Stunden verlorene Konzentrations-Zeit.

Bürokraft zusätzlich einstellen: Eine weitere Verwaltungsstelle kostet inklusive Lohnnebenkosten 3.000 bis 4.000 Euro monatlich. Gleichzeitig ist Architektur-Sekretariat nach Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit einer der am schwersten zu besetzenden Verwaltungsberufe. Wer heute inseriert, wartet sechs bis neun Monate. In LP6 und LP7 hilft das nicht mehr.

Was ein Voice-Agent in der Ausschreibungs- und Vergabephase konkret übernimmt

Ein KI-Voice-Agent ist in 1 bis 3 Sekunden am Telefon. Er nimmt parallel mehrere Anrufe an. Er fragt nicht, ob er gerade stört.

Was er in LP6 und LP7 eines Architekturbüros sinnvoll übernimmt:

Der Voice-Agent ist in maximal fünf Werktagen konfiguriert. Er kennt keine Mittagspause, keine Außentermine, keine Phasen-Hochläufe.

Wir bei Auralex konfigurieren den Agenten auf Ihr Büro, nicht andersherum. Das heißt: Ihre Vergabe-Terminpläne, Ihre Bieter-Listen, Ihre Kommunikations-Regeln. Modul für Modul, wenn Sie es brauchen. Wir sind Wegbegleiter, nicht Tool-Verkäufer.

Der nächste Schritt: Ihre echten Zahlen in 10 Minuten

Statt zu schätzen, wie viele Anrufe Ihr Büro in der nächsten Ausschreibungsphase verpasst, schlagen wir ein 10-minütiges Diagnose-Gespräch vor. Wir rechnen konkret: Wie viele aktive Projekte haben Sie gerade in LP6 oder LP7? Wie viele Bieter sind angefragt? Welche Anruf-Volumen entstehen dabei? Und was geht realistisch verloren?

Keine Demo. Keine Pauschal-Aussagen. Nur Ihre Zahlen.

Außerdem: So arbeiten wir mit Büros zusammen, vier Phasen, Sie entscheiden nach jeder neu.

Diagnose-Gespräch buchen

[ HÄUFIGE FRAGEN ]

Was Büroinhaber
am häufigsten fragen

Warum ist die Vergabe-Phase im Architekturbüro so kommunikationsintensiv?

In LP6 und LP7 nach HOAI laufen mehrere Kommunikationsstränge gleichzeitig: Bieter stellen Rückfragen zu den Ausschreibungsunterlagen, Bauherrn brauchen Entscheidungsgrundlagen, Fachplaner stimmen ihre Leistungsverzeichnisse ab, und neue Interessenten rufen unabhängig vom Projektstand an. Dieser Anruf-Mix ist in kaum einer anderen Leistungsphase so dicht.

Was passiert, wenn Bieter ihre Rückfragen in LP6 nicht beantwortet bekommen?

Bieter, die keine Antwort erhalten, geben entweder ein Angebot mit Unsicherheitsaufschlag ab oder verzichten komplett auf die Angebotsabgabe. Beides schadet dem Vergabeergebnis: weniger Angebote bedeuten schlechtere Marktabdeckung und höhere Baukosten für den Bauherrn. Der verpasste Bieter taucht in keiner Statistik auf, weil kein Angebot je eingegangen ist.

Kann ein KI-Voice-Agent Bieterfragen inhaltlich beantworten?

Nein, und das ist bewusst so konzipiert. Ein KI-Voice-Agent übernimmt die Erstaufnahme: Er erfasst Name, Unternehmen, Betreff der Rückfrage und gewünschtes Rückruf-Zeitfenster. Die Antwort auf technische Rückfragen bleibt beim Planer. Der Unterschied: Der Bieter wird nicht weggeschickt, sondern sein Anliegen wird vollständig dokumentiert.

Wie viele Anrufe erhält ein Büro typischerweise in LP6 und LP7?

Das hängt von der Projektgröße und der Anzahl angefragter Bieter ab. Bei einem offenen Vergabeverfahren mit zehn bis zwanzig Bietern und einer Angebotsfrist von vier bis sechs Wochen können allein Bieter-Rückfragen dreißig bis sechzig Anrufe erzeugen. Hinzu kommen Bauherren-Anfragen und projektunabhängige Neukontakte.

Ist ein Voice-Agent auch für kleine Büros mit 2 bis 5 Mitarbeitern sinnvoll?

Gerade für kleine Büros ist der Hebel am größten. Je weniger Personal, desto häufiger wird der Planer direkt ans Telefon gezogen. Ein Voice-Agent übernimmt jeden Anruf, der während einer Ausschreibungsphase reinkommt, dokumentiert ihn vollständig und ermöglicht dem Planer, in Ruhe zurückzurufen, statt ständig unterbrochen zu werden.

Wie schnell ist ein Voice-Agent für ein Architekturbüro einsatzbereit?

Wir richten den Voice-Agent innerhalb von fünf Werktagen ein. Die Konfiguration erfolgt auf Ihr Büro: Ihre Projekte, Ihre Vergabe-Terminpläne, Ihre Kommunikations-Regeln. Sie müssen nichts selbst konfigurieren.

Verletzt ein externer Telefonassistent die Verschwiegenheitspflicht gegenüber Bauherrn?

Nicht bei korrekter Einrichtung. Für Architekturbüros, die mit personenbezogenen Bauherren-Daten und vertraulichen Wettbewerbsunterlagen arbeiten, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO Pflicht. Auralex schließt diesen Vertrag mit jedem Büro ab. Hosting erfolgt in Deutschland.

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Wir rechnen Ihnen in 10 Minuten konkret vor, wie viele Anrufe Ihr Büro in der nächsten Vergabe-Phase verpasst und was das kostet. Keine Demo, keine Pauschal-Aussagen. Nur Ihre echten Zahlen.

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